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"Ich bin doch kein BEM!"

Wenn die eigene Wahrnehmung Löcher bekommt....

Wenn wir im ersten Informationsgespräch am Telefon BEM erklären, passiert es nicht selten, dass die Mitarbeiter fast sauer darüber sind, dass wir ihnen sagen, dass Sie zu den BEM-betroffenen Mitarbeiter zählen - also in den vergangenen 12 Monaten mehr als 6 Wochen krankheitsbedingt gefehlt haben.

Über ein überraschendes "Das kann nicht sein" bis hin zu "Was erlauben Sie sich?" war schon alles dabei, was wir zu hören bekommen haben.

Wir fangen dann an zu erläutern, dass BEM kein Stigmata ist und zeigen die Chancen und Möglichkeiten von BEM auf.

Dennoch gibt es eine beachtliche Zahl von Mitarbeitern, die vollkommen perplex sind, dass sie angeblich schon 30 Krankheitstage angehäuft haben. Ein Mitarbeiter wurde regelrecht wütend und laut und legte kurzerhand auf, als wir mitten in unseren Erklärungen waren.

 

Genau dieser Mitarbeiter rief aber auch gute 15 min später an, um sich mit leiser Stimme sich zu entschuldigen. Er hätte seine Fehltage mal aufgeschrieben und wir hätten tatsächlich recht.
Er war aufrichtig überrascht und perplex, weil er ja nie was wirklich Großes oder gar Schlimmes hatte. Es waren immer kurze Ausfälle, daher ist es ihm nicht aufgefallen.

Er hat dann ein BEM-Gespräch in Anspruch genommen. Den Fokus auf die eigene Gesundheit zu lenken, kann nie verkehrt sein. Zu hinterfragen, warum nehme ich jede Erkältung mit? darf im BEM ganz wertungsfrei gestellt und diskutiert werden.
Es geht nicht um Rechenschaft ablegen, es geht um Achtsamkeit. In einer immer schnelleren Welt und in einer permanenten Erreichbarkeit ist die eigene Abgrenzungsarbeit elementar wichtig. Und wenn BEM nur einem Mitarbeiter dabei unterstützt, achtsamer mit sich umzugehen, so haben gleich zwei gewonnen: Arbeitgeber und Arbeitnehmer. 

 

 

 

 

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